Zum Inhalt springen
Marke
in Deutschland nicht erhältlich

Sprecher Root Beer

Feuergebraut mit Honig, kräftig und karamellig. Hier steht, warum es die Marke hier nicht gibt und was am nächsten drankommt.

Kurz geantwortet

Sprecher Root Beer wird seit 1985 von der Sprecher Brewing Company in Milwaukee hergestellt, der ersten Craft-Brauerei der Stadt nach der Prohibition. Es entsteht in einem Feuerbrauverfahren, bei dem der Sud über offener Flamme erhitzt wird, bis der zugesetzte Honig karamellisiert. Die New York Times kürte es zum besten Root Beer Amerikas. In Deutschland ist es nicht erhältlich.

Seit
1985
Herkunft
Milwaukee
Koffein
nein
In Deutschland
nicht erhältlich
Historische Root-Beer-Werbung aus dem frühen 20. Jahrhundert mit Darstellung eines Holzfasses
Kein Bild der Marke selbst — Sprecher haben wir nie vor der Kamera gehabt. Das Feuerbrauverfahren steht allerdings in derselben Tradition wie diese Werbung: Root Beer als Gebrautes, nicht als Gemischtes.

Statt Sprecher

Bundaberg Root Beer kommt am nächsten

Herber, sarsaparillabetont, weniger Zucker. Es ist nicht dasselbe — aber die einzige Marke mit vergleichbarem Profil, die in Deutschland dauerhaft erhältlich ist.

Der Gründer lernte das Brauen in Augsburg

Randal Sprecher war als US-Soldat in Bayern stationiert, bevor er 1985 in Milwaukee seine Brauerei eröffnete. Was er dort mitnahm, war weniger ein Rezept als eine Haltung: Brauen als Handwerk mit langen Zeiten und wenigen Zutaten statt als industrieller Prozess.

Zurück in Wisconsin gründete er die erste Craft-Brauerei Milwaukees seit dem Ende der Prohibition — in einer Stadt, die einmal die Bierhauptstadt Amerikas war und deren große Namen fast alle deutsche waren: Pabst, Schlitz, Blatz, Miller.

Dass eine der besten amerikanischen Root-Beer-Marken auf eine bayerische Brauausbildung zurückgeht, ist die zweite deutsche Fußnote dieser Nische. Die erste steht auf einer Flasche aus Kewaunee.

Was Feuerbrauen bedeutet

Die meisten Softdrinks entstehen, indem Sirup mit Wasser und Kohlensäure gemischt wird — ein Kaltverfahren ohne jede Hitze. Sprecher macht es anders: Der Sud wird in einem Kessel über offener Flamme erhitzt, nicht über Dampf.

Der Unterschied liegt in der Temperaturverteilung. Direkte Flamme erzeugt am Kesselboden deutlich höhere Temperaturen als Dampf, und dort karamellisiert der zugesetzte Honig. Diese Karamellnote lässt sich mit Zuckersirup nicht nachbauen — sie entsteht erst durch die Hitze.

Das Verfahren ist aufwendig und für große Mengen ungeeignet. Genau deshalb bleibt Sprecher eine Marke mit begrenzter Reichweite, obwohl sie in Bewertungen regelmäßig ganz oben landet.

Warum es hier trotzdem niemand kennt

Sprecher ist eine Craft-Brauerei, keine Getränkekonzernmarke. Die Produktion reicht für den amerikanischen Markt, und selbst dort ist die Marke außerhalb des Mittleren Westens nicht überall gelistet. Ein Export nach Europa mit eigener Kennzeichnung, Pfandsystem und Vertrieb wäre für diese Größenordnung nicht darstellbar.

Wer den Stil sucht — kräftig, karamellig, nicht rein zuckersüß —, kommt in Deutschland mit Bundaberg am nächsten heran. Das ist nicht dasselbe, aber es geht in dieselbe Richtung: weniger Vanille, mehr Würze.

Alle Marken im Überblick — inklusive derer, nach denen man hier vergeblich sucht — stehen in der Markenübersicht. Wo es Root Beer in Deutschland überhaupt gibt, steht in der Kaufberatung.

Wenn du Sprecher unbedingt probieren willst, bleibt der Direktimport. Mit einer eigenen US-Adresse lässt sich bei amerikanischen Händlern bestellen — bei Getränken wegen des Gewichts allerdings teuer. Ob sich das für dich rechnet, steht unter USA-Import; den Ablauf erklärt die Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Häufig gefragt

Kann man Sprecher Root Beer in Deutschland kaufen?
Nein. Sprecher ist eine Craft-Brauerei aus Milwaukee ohne europäischen Vertrieb; auf amazon.de ist die Marke nicht gelistet. Der einzige Weg ist der Direktimport aus den USA — bei Glasflaschen wegen des Gewichts allerdings teuer.
Was heißt „fire-brewed“ bei Root Beer?
Der Sud wird über offener Flamme erhitzt statt über Dampf. Am Kesselboden entstehen dadurch höhere Temperaturen, bei denen der zugesetzte Honig karamellisiert. Das erzeugt eine Röstnote, die sich mit gewöhnlichem Zuckersirup nicht herstellen lässt.
Ist Sprecher wirklich das beste Root Beer?
Die New York Times hat es so bewertet, und auch in Blindverkostungen landet die Marke regelmäßig vorn. Geschmack bleibt trotzdem Geschmackssache: Wer Root Beer vor allem süß und vanillebetont mag, wird mit A&W zufriedener sein.
Enthält Sprecher Root Beer Alkohol?
Nein. Trotz des Begriffs „gebraut“ und der Herkunft aus einer Brauerei ist Sprecher Root Beer ein alkoholfreier Softdrink. Gebraut wird hier der Wurzel- und Gewürzsud, nicht ein alkoholisches Getränk.