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USA-Import

US-Produkte nach Deutschland bekommen

Vieles aus den USA gibt es hier nicht — und die meisten amerikanischen Shops liefern nicht nach Europa. Es gibt drei Wege daran vorbei. Welcher sich lohnt, hängt davon ab, wie viel du willst und wie oft.

Kurz geantwortet

Drei Wege führen von einem US-Produkt nach Deutschland: ein deutscher Importeur (bequem, teurer, kleines Sortiment), eine Paketweiterleitung mit eigener US-Adresse (volles Sortiment, dafür Versandkosten und Einfuhrabgaben) oder das eigene Reisegepäck. Für einzelne Artikel gewinnt fast immer der Importeur; die Weiterleitung lohnt sich, sobald mehrere Bestellungen zusammenkommen.

Die drei Wege im Vergleich

Der Normalfall

Deutscher Importeur

Ein Händler hier hat die Einfuhr bereits erledigt. Du zahlst einen Aufschlag, bekommst dafür deutsche Gewährleistung, kurze Lieferzeit und kein Zollthema.

  • kein Aufwand
  • keine Einfuhrabgaben
  • Rückgaberecht
  • höherer Stückpreis
  • kleines Sortiment
Was es hier gibt →

Für das, was es hier nicht gibt

Paketweiterleitung

Du bekommst eine US-Adresse, bestellst wie ein Amerikaner und lässt weiterleiten. Öffnet das komplette US-Sortiment — mit Versandkosten und Einfuhrabgaben.

  • volles US-Sortiment
  • mehrere Bestellungen bündelbar
  • Versand über den Atlantik
  • Einfuhrabgaben
  • Lebensmittel eingeschränkt
So funktioniert es →

Wenn du ohnehin fliegst

Selbst mitbringen

Im Reisegepäck gelten Freimengen. Für ein paar Dosen die günstigste Variante überhaupt — aber dieselben Verbote für Fleisch und Milchprodukte.

  • keine Versandkosten
  • Freimengen im Reiseverkehr
  • nur bei Reisen
  • Gewicht im Koffer
  • gleiche Verbote
Leuchtreklame am Times Square in New York mit Werbetafeln fuer Coca-Cola, Budweiser und Broadway-Musicals
Wer einmal dort war, kennt das Problem danach: Vieles davon gibt es in Deutschland schlicht nicht zu kaufen.

Was 2026 neu ist

Die 150-Euro-Zollfreigrenze ist zum 1. Juli 2026 entfallen. Bis dahin blieben Sendungen unter diesem Wert zollfrei; jetzt erhebt der Zoll für Sendungen bis 150 € Warenwert eine Pauschale von 3 € je enthaltener Warenkategorie.

Die Einfuhrumsatzsteuer war davon nie berührt — sie fällt seit Juli 2021 ab dem ersten Cent an, mit 19 % beziehungsweise 7 % bei bestimmten Lebensmitteln. Bemessungsgrundlage ist dabei der Warenwert zuzüglich Versandkosten, was viele Rechnungen unterschätzen.

Viele Ratgeber im Netz stehen noch auf dem alten Stand. Prüfe im Zweifel direkt beim Zoll — und behandle auch diese Seite als Orientierung, nicht als Rechtsauskunft.

Die Einschränkung, die am meisten kostet

Fleisch- und Milchprodukte aus Nicht-EU-Staaten dürfen Privatpersonen nicht einführen, auch nicht per Post. Das ist keine Formalie, sondern Tierseuchenvorsorge — und der Zoll setzt es durch.

Für unsere Themen heißt das: Getränke wie Root Beer sind unproblematisch. Bei amerikanischen Süßigkeiten kommt es auf die Zutaten an — und ausgerechnet die bekanntesten Klassiker enthalten Milch. Wer die will, kauft besser bei einem deutschen Importeur, der die Einfuhr gewerblich abgewickelt hat.

Der Umweg über England — lohnt der?

Die Frage liegt nahe: In Großbritannien ist das amerikanische Sortiment deutlich besser verfügbar als hier. Britische Shops führen Marken, die es in Deutschland nicht gibt — Barq's, Mug, IBC, Dad's stehen dort regelmäßig im Regal. Der Weg ist kürzer als über den Atlantik, und die Sprachbarriere entfällt.

Rechtlich bringt das trotzdem nichts. Seit dem Austritt aus der EU ist Großbritannien für den Zoll ein Drittland wie jedes andere. Eine Sendung aus Manchester wird genauso behandelt wie eine aus Kalifornien: Zollanmeldung, Einfuhrumsatzsteuer, seit dem 1. Juli 2026 die Zollpauschale. Der einzige Unterschied ist die kürzere Strecke — und die schlägt sich beim Versandpreis nieder, nicht bei den Abgaben.

Dazu kommt ein praktisches Hindernis: Viele britische Versender haben den EU-Versand nach dem Brexit ganz eingestellt, weil sich der Zollaufwand für Kleinsendungen nicht lohnt. Bei unserer Stichprobe im August 2026 lieferte einer der größten britischen US-Food-Shops ausschließlich innerhalb des Vereinigten Königreichs und auf die Kanalinseln — Deutschland stand nicht in der Länderliste.

Wer trotzdem über England bestellen will, braucht also zuerst einen Shop, der überhaupt in die EU versendet. Rechnerisch ist der Vorteil dann überschaubar: Man spart am Transport, zahlt aber dieselben Abgaben und hat dieselbe Papierarbeit.

Häufig gefragt

Wie bestellt man Produkte aus den USA nach Deutschland?
Es gibt drei Wege: über einen deutschen Importeur, der die Ware bereits eingeführt hat; über einen Paketweiterleitungsdienst, der dir eine US-Adresse gibt; oder im eigenen Reisegepäck. Der Importeur ist am bequemsten, die Weiterleitung öffnet das größte Sortiment.
Welche Abgaben fallen bei einer Bestellung aus den USA an?
Bemessen wird der Warenwert plus Versandkosten. Seit dem 1. Juli 2026 ist die frühere Zollfreigrenze von 150 € entfallen; für Sendungen bis 150 € Warenwert wird eine Zollpauschale von 3 € je enthaltener Warenkategorie erhoben. Dazu kommt die Einfuhrumsatzsteuer von 19 % beziehungsweise 7 %. Verbindlich sind die Angaben des Zolls.
Darf man Lebensmittel aus den USA nach Deutschland einführen?
Für den Eigenbedarf grundsätzlich ja — mit einer wichtigen Ausnahme: Fleisch- und Milchprodukte aus Nicht-EU-Staaten sind für Privatpersonen verboten, auch in Postsendungen. Getränke sind unproblematisch, Süßwaren nur, wenn sie keine Milcherzeugnisse enthalten.
Was ist eine Paketweiterleitung?
Ein Dienst, der dir eine Adresse in den USA zur Verfügung stellt. Du lässt US-Shops dorthin liefern; der Dienst nimmt die Pakete an, lagert sie und schickt sie auf Wunsch gebündelt nach Deutschland. Damit lassen sich auch Händler nutzen, die nicht nach Europa versenden.
Lohnt sich der Import für einzelne Getränke?
Meist nicht. Flüssigkeiten sind schwer, und das Gewicht bestimmt die Versandkosten über den Atlantik. Für einzelne Dosen ist ein deutscher Importeur fast immer günstiger. Der Import lohnt sich, wenn mehrere Bestellungen zusammenkommen oder es die Ware hier gar nicht gibt.