Was 2026 neu ist
Die 150-Euro-Zollfreigrenze ist zum 1. Juli 2026 entfallen.
Bis dahin blieben Sendungen unter diesem Wert zollfrei; jetzt erhebt
der Zoll für Sendungen bis 150 € Warenwert eine Pauschale von
3 € je enthaltener Warenkategorie.
Die Einfuhrumsatzsteuer war davon nie berührt — sie fällt seit Juli
2021 ab dem ersten Cent an, mit 19 % beziehungsweise 7 % bei
bestimmten Lebensmitteln. Bemessungsgrundlage ist dabei der Warenwert
zuzüglich Versandkosten, was viele Rechnungen unterschätzen.
Viele Ratgeber im Netz stehen noch auf dem alten Stand. Prüfe im
Zweifel direkt beim
Zoll —
und behandle auch diese Seite als Orientierung, nicht als
Rechtsauskunft.
Die Einschränkung, die am meisten kostet
Fleisch- und Milchprodukte aus Nicht-EU-Staaten dürfen
Privatpersonen nicht einführen, auch nicht per Post. Das ist
keine Formalie, sondern Tierseuchenvorsorge — und der Zoll setzt es
durch.
Für unsere Themen heißt das: Getränke wie
Root Beer sind unproblematisch. Bei
amerikanischen Süßigkeiten kommt es
auf die Zutaten an — und ausgerechnet die bekanntesten Klassiker
enthalten Milch. Wer die will, kauft besser bei einem deutschen
Importeur, der die Einfuhr gewerblich abgewickelt hat.
Der Umweg über England — lohnt der?
Die Frage liegt nahe: In Großbritannien ist das amerikanische
Sortiment deutlich besser verfügbar als hier. Britische Shops führen
Marken, die es in Deutschland nicht gibt — Barq's,
Mug, IBC, Dad's stehen dort
regelmäßig im Regal. Der Weg ist kürzer als über den Atlantik, und
die Sprachbarriere entfällt.
Rechtlich bringt das trotzdem nichts. Seit dem
Austritt aus der EU ist Großbritannien für den Zoll ein Drittland wie
jedes andere. Eine Sendung aus Manchester wird genauso behandelt wie
eine aus Kalifornien: Zollanmeldung, Einfuhrumsatzsteuer, seit dem
1. Juli 2026 die Zollpauschale. Der einzige Unterschied ist die
kürzere Strecke — und die schlägt sich beim Versandpreis nieder, nicht
bei den Abgaben.
Dazu kommt ein praktisches Hindernis: Viele britische Versender haben
den EU-Versand nach dem Brexit ganz eingestellt, weil sich der
Zollaufwand für Kleinsendungen nicht lohnt. Bei unserer Stichprobe im
August 2026 lieferte einer der größten britischen US-Food-Shops
ausschließlich innerhalb des Vereinigten Königreichs und auf die
Kanalinseln — Deutschland stand nicht in der Länderliste.
Wer trotzdem über England bestellen will, braucht also zuerst einen
Shop, der überhaupt in die EU versendet. Rechnerisch ist der Vorteil
dann überschaubar: Man spart am Transport, zahlt aber dieselben
Abgaben und hat dieselbe Papierarbeit.