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Rezept

Pulled Pork mit Root Beer

Veröffentlicht am 22.08.2018 · aktualisiert am 04.08.2026

Reihe von Spareribs auf dem Rost eines großen Trommelgrills, dunkel glasiert und leicht angeräuchert
Root Beer im Sud macht das Fleisch mürbe und bringt die Karamellnote mit, die man sonst mit Zucker erzeugen müsste.

Kurz gefasst

Pulled Pork mit Root Beer entsteht, indem Schweinenacken mehrere Stunden in Root Beer geschmort wird, bis er sich mit zwei Gabeln zerzupfen lässt. Der Zucker im Getränk sorgt für Bräunung, die Säure macht das Fleisch mürbe, und die Wurzelgewürze geben eine Tiefe, die Cola nicht liefert.

Vorbereitung
20 Minuten
Zubereitung
6 Std.
Ergibt
6–8 Portionen

Zutaten

  • 2 kg Schweinenacken am Stück, ohne Knochen
  • 1 l Root Beer (nicht zuckerfrei)
  • 2 große Zwiebeln, grob gewürfelt
  • 4 Knoblauchzehen, angedrückt
  • 3 EL brauner Zucker
  • 2 EL geräuchertes Paprikapulver
  • 1 EL Salz
  • 1 EL schwarzer Pfeffer, grob
  • 2 TL Senfpulver
  • 1 TL Cayennepfeffer
  • 2 EL neutrales Öl zum Anbraten
  • Root-Beer-BBQ-Sauce zum Servieren

Zubereitung

  1. 1

    Rub anrühren und einmassieren

    Brauner Zucker, Paprika, Salz, Pfeffer, Senfpulver und Cayenne mischen und den Schweinenacken rundum kräftig damit einreiben. Wenn du Zeit hast, über Nacht abgedeckt in den Kühlschrank — das ist kein Muss, macht aber einen spürbaren Unterschied.

  2. 2

    Scharf anbraten

    Öl in einem Bräter erhitzen und das Fleisch von allen Seiten dunkel anbraten, etwa 3 Minuten pro Seite. Der Zucker im Rub karamellisiert dabei; wenn es zu schnell dunkel wird, Hitze runter.

  3. 3

    Ablöschen und in den Ofen

    Zwiebeln und Knoblauch dazugeben, kurz mitbraten, dann mit dem Root Beer ablöschen. Das Fleisch soll etwa zur Hälfte im Sud stehen. Deckel drauf, bei 150 °C Ober-/Unterhitze in den Ofen.

  4. 4

    Sechs Stunden schmoren

    Alle zwei Stunden einmal wenden und mit dem Sud übergießen. Fertig ist es, wenn sich das Fleisch mit einer Gabel ohne Widerstand auseinanderziehen lässt. Nach Zeit gehen funktioniert hier nicht — jedes Stück braucht unterschiedlich lang.

  5. 5

    Zerzupfen und den Sud einkochen

    Fleisch herausnehmen, mit zwei Gabeln zerzupfen. Den Sud durch ein Sieb gießen, entfetten und auf etwa ein Drittel einkochen — das ergibt die Sauce. Fleisch wieder einrühren, mit BBQ-Sauce abschmecken.

Wenn ein Gericht die amerikanische Küche zusammenfasst, dann dieses: ein großes Stück Schwein, viel Zeit, wenig Aufwand, und am Ende steht ein Berg Fleisch, den sich acht Leute teilen.

Warum Root Beer und nicht Cola

Der Cola-Braten ist in Deutschland bekannt, und das Prinzip ist dasselbe: Zucker bräunt, Säure macht mürbe. Root Beer bringt aber etwas mit, das Cola nicht hat — ein komplettes Gewürzprofil.

Wintergrün, Vanille, Lakritz und Anis stecken bereits im Getränk. Was man beim Cola-Braten über Gewürze nachlegen muss, ist hier von vornherein da. Das Ergebnis schmeckt runder und weniger nach Limonade.

Der einzige Punkt, an dem es schiefgeht

Zu früh aufhören. Pulled Pork ist nicht nach Zeit fertig, sondern nach Zustand: Wenn sich das Fleisch mit der Gabel nicht ohne Widerstand zerziehen lässt, braucht es noch. Bei manchen Stücken sind das fünf Stunden, bei anderen sieben.

Der Grund ist Kollagen. Es löst sich erst ab etwa 88 °C Kerntemperatur in Gelatine auf — und dieser Vorgang braucht Zeit, keine Hitze. Wer die Temperatur hochdreht, bekommt trockenes Fleisch statt schnelleres.

Dazu

Die eingekochte Sauce reicht, aber richtig rund wird es mit einer Root-Beer-BBQ-Sauce — dieselbe Dose, ein zweiter Topf. Dazu Brioche-Buns, Krautsalat und kaltes Root Beer.

Für den Football-Abend ist das die naheliegendste Planung: Das Fleisch macht sich allein im Ofen, während man aufbaut. Was sonst auf den Tisch gehört, steht auf der Gameday-Seite.

Dasselbe Prinzip mit Hähnchen

Wer keine sechs Stunden hat: Der Root-Beer-Sud funktioniert auch am Geflügel, nur schneller. Beide Varianten stammen aus dem Rezeptbestand dieser Seite.

Im Ofen. Ein Hähnchen in acht Teile zerlegen, salzen und pfeffern. 360 ml BBQ-Sauce mit 240 ml Root Beer und 240 ml Ketchup verrühren, über das Fleisch geben und bei 180 °C etwa 50 Minuten garen, dabei zweimal übergießen.

Beer-Can-Chicken vom Grill. Ein ganzes Hähnchen mit einer Mischung aus je 1 TL Paprika, braunem Zucker und Zwiebelpulver sowie je ½ TL Chilipulver und rotem Pfeffer einreiben. Eine halbvolle Dose Root Beer aufrecht in die Bauchhöhle stellen, das Hähnchen darauf setzen und bei indirekter Hitze etwa 75 Minuten grillen. Der aufsteigende Dampf hält das Fleisch feucht — das ist der ganze Trick.

Mengenrechnung

2 kg roher Schweinenacken ergeben etwa 1,3 kg fertiges Pulled Pork — das reicht für sechs bis acht Portionen im Brötchen. Rechne pro Kilo Fleisch mit einem halben Liter Root Beer, also etwa anderthalb Dosen.

Wer öfter so kocht, fährt mit einem 24er-Pack deutlich günstiger. Was es in Deutschland gibt, steht in der Kaufberatung.

Häufig gefragt

Warum Root Beer statt Cola für Pulled Pork?
Beide bringen Zucker und Säure mit, aber Root Beer bringt zusätzlich sein Gewürzprofil ein: Wintergrün, Vanille, Lakritz und Anis. Das ergibt eine Tiefe, die man mit Cola nur über zusätzliche Gewürze hinbekommt. Cola ist zitrus- und karamellbetont und wirkt dagegen flach.
Wie viel Root Beer brauche ich für 2 kg Fleisch?
Etwa einen Liter, also drei 355-ml-Dosen. Das Fleisch soll zur Hälfte im Sud stehen, nicht schwimmen. Wer einen größeren Bräter nutzt, braucht entsprechend mehr.
Geht Pulled Pork mit Root Beer auch im Slow Cooker?
Ja, und es ist sogar unkomplizierter. Anbraten wie beschrieben, dann alles in den Slow Cooker und 8 bis 10 Stunden auf niedriger Stufe. Der Sud wird dabei wässriger als im Ofen — ihn danach separat einzukochen lohnt sich.
Kann ich zuckerfreies Root Beer verwenden?
Nein. Ohne Zucker fehlt die Karamellisierung, und Süßstoffe können beim langen Erhitzen bitter werden. Für dieses Rezept brauchst du die gezuckerte Variante.
Wie lange hält Pulled Pork im Kühlschrank?
Drei bis vier Tage, gut verschlossen und mit etwas Sud, damit es nicht austrocknet. Einfrieren funktioniert ebenfalls gut — in Portionen, zusammen mit etwas Sauce.