Root Beer selber machen — drei Wege
Veröffentlicht am 04.08.2026
Kurz geantwortet
Root Beer lässt sich auf drei Wegen selbst herstellen: mit Root-Beer-Extrakt und Sprudelwasser in fünf Minuten, mit einem Brauset über zwei bis drei Tage, oder klassisch fermentiert mit Hefe. Sassafraswurzel wird dabei nicht mehr verwendet — der enthaltene Stoff Safrol ist in der EU als Lebensmittelzusatz nicht zugelassen.
Wer nach „Root Beer selber machen” sucht, landet meist bei Rezepten mit Sassafraswurzel, Wintergrünblättern und Wochen an Gärzeit. Das ist historisch korrekt und praktisch unbrauchbar: Sassafras bekommst du in Deutschland nicht legal als Lebensmittel, und die klassische Fermentation ist deutlich heikler, als die Rezepte zugeben.
Die drei Wege, die wirklich funktionieren, sehen anders aus.
Weg 1: Extrakt und Sprudelwasser — 5 Minuten
Der schnellste und mit Abstand zuverlässigste Weg. Root-Beer-Extrakt ist ein konzentriertes Aromagemisch aus Wintergrün, Vanille, Anis, Lakritz und Sassafras-Ersatzaromen — im Prinzip genau das, was auch die kommerziellen Marken verwenden.
So geht es: Zuckersirup ansetzen (200 g Zucker in 200 ml heißem Wasser lösen, abkühlen lassen), 1 bis 2 TL Extrakt einrühren, mit eiskaltem Sprudelwasser auf einen Liter auffüllen.
Vorteil: Kein Alkohol, kein Druck, kein Risiko, und du bestimmst die Süße selbst. Nachteil: Die Schaumkrone ist flacher als bei gekauftem Root Beer, weil das Sprudelwasser weniger CO₂ hält.
Für den Float reicht das trotzdem — dort kommt die Krone ohnehin vom Eis.
Weg 2: Brauset — 2 bis 3 Tage
Fertige Sets enthalten Extrakt, Zucker, Hefe und meist auch Flaschen. Der Aufwand ist überschaubar, das Ergebnis nah am Original, und man versteht danach, warum das Getränk früher „Beer” hieß.
Der eigentliche Reiz liegt im Prozess: Der Ansatz kommt in Flaschen, die Hefe erzeugt über zwei bis drei Tage bei Zimmertemperatur die Kohlensäure, danach stoppt der Kühlschrank die Gärung.
Der kritische Punkt ist genau dieser Stopp. Wer die Flaschen zu lange warm stehen lässt, bekommt Druck, den Glasflaschen nicht mehr halten. Deshalb: Eine Plastikflasche als Testflasche mitlaufen lassen. Ist sie steinhart, muss alles sofort in den Kühlschrank.
Weg 3: Klassisch fermentiert — für Geduldige
Der historische Weg, wie er auf Amish-Märkten in Pennsylvania bis heute gemacht wird: Wurzeln und Rinden auskochen, Sud süßen, Hefe zugeben, in Flaschen vergären lassen.
Das Problem ist die Zutatenliste. Sassafras fällt weg, echte Sarsaparilla ist in Deutschland als Lebensmittel ebenfalls schwer zu bekommen. Was bleibt, sind Ingwer, Sternanis, Süßholzwurzel, Wintergrünaroma und Vanille — ein guter Wurzelsud, aber schon nicht mehr ganz das Original.
Rechne mit 1 bis 2 Prozent Alkohol, je nach Gärdauer. Das ist kein Bier, aber auch nicht mehr alkoholfrei — mehr dazu hier.
Warum kein Sassafras mehr
1960 verbot die US-Behörde FDA safrolhaltiges Sassafrasöl als Lebensmittelzusatz, nachdem Tierstudien Safrol als leberschädigend eingestuft hatten. Seitdem arbeiten alle kommerziellen Marken mit safrolfreiem Sassafrasextrakt oder naturidentischen Aromen.
In der EU ist Safrol als Lebensmittelzusatzstoff ebenfalls nicht zugelassen. Wer im Netz auf Rezepte mit „echter Sassafraswurzel” stößt: Die stammen fast immer aus US-Hobbyquellen und sind hier nicht umsetzbar.
Lohnt sich der Aufwand?
Ehrliche Antwort: Wenn du wissen willst, wie Root Beer schmeckt, kauf eine Dose. Der Selbstansatz lohnt sich, wenn du die Süße selbst steuern willst — die kommerziellen Marken sind für deutsche Verhältnisse sehr süß — oder wenn dich der Prozess interessiert.
Was es fertig zu kaufen gibt, welche Marken es in Deutschland gar nicht gibt und was Extrakt und Brausets kosten, steht in der Kaufberatung.