Baumeister Root Beer
Regionaler Klassiker aus Wisconsin, koffeinfrei. Hier steht, warum es die Marke hier nicht gibt und was am nächsten drankommt.
Kurz geantwortet
Baumeister Root Beer ist eine regionale amerikanische Marke aus Kewaunee im US-Bundesstaat Wisconsin, die seit 1907 besteht. Gegründet hat sie Heine Baumeister, ein Nachfahre deutscher Einwanderer; seit 1998 gehört sie der Triangle Distributing Company in Green Bay. Das Getränk ist koffeinfrei, wird in Glasflaschen zu 355 ml abgefüllt und ist außerhalb des nördlichen Mittleren Westens kaum zu bekommen — in Deutschland gar nicht.
- Seit
- 1907
- Herkunft
- Kewaunee
- Koffein
- nein
- In Deutschland
- nicht erhältlich
Statt Baumeister
Bundaberg Root Beer kommt am nächsten
Herber, sarsaparillabetont, weniger Zucker. Es ist nicht dasselbe — aber die einzige Marke mit vergleichbarem Profil, die in Deutschland dauerhaft erhältlich ist.
Ein deutscher Name auf einer amerikanischen Flasche
„Baumeister“ steht in Frakturschrift auf dem Etikett, und das ist kein Marketing-Einfall: Die Marke trägt schlicht den Familiennamen ihres Gründers. Heine Baumeister stammte aus einer der vielen deutschstämmigen Familien, die sich im 19. Jahrhundert in Wisconsin ansiedelten — der Bundesstaat hat bis heute den höchsten Anteil an Einwohnern mit deutschen Vorfahren.
1907 erschloss Baumeister in Kewaunee am Michigansee einen artesischen Brunnen, um sauberes Wasser für seine Limonaden zu haben, und begann mehrere Sorten abzufüllen. Neben Root Beer gibt es die Marke bis heute als Orange, Cream, Cherry und Grape.
Für deutsche Leser ist das die interessanteste Fußnote der ganzen Nische: Ausgerechnet bei einem Getränk, das hierzulande als durch und durch amerikanisch gilt, steht auf einer der ältesten Flaschen ein deutscher Name.
Warum man es hier nicht bekommt — und in den USA auch kaum
Baumeister ist keine nationale Marke. Sie gehört seit 1998 der Triangle Distributing Company, einem Getränkegroßhändler aus Green Bay, und wird im Wesentlichen dort vertrieben, wo dieser Großhändler ausliefert: im nördlichen Wisconsin und angrenzenden Gebieten.
Das ist ein anderer Fall als bei Barq's oder Mug. Diese Marken sind in den USA überall erhältlich und kommen trotzdem nicht nach Europa, weil sich der Export nicht lohnt. Baumeister dagegen ist selbst in Chicago schon schwer zu finden — die Marke ist nie darauf angelegt gewesen, groß zu werden.
Genau das macht sie unter Root-Beer-Kennern interessant. Bei einem Vergleichstest im Mittleren Westen landete Baumeister auf dem zweiten Platz; in den einschlägigen amerikanischen Bewertungsblogs taucht die Marke regelmäßig weit oben auf.
Wie es schmeckt
Deutlich weniger süß als A&W und ohne dessen dominante Vanillenote. Baumeister setzt stärker auf die würzige Seite — Anis und Süßholz treten hervor, der Abgang ist trockener. Wer amerikanisches Root Beer bisher vor allem als zuckrig empfunden hat, bekommt hier die Gegenprobe.
Abgefüllt wird in Glasflaschen mit langem Hals, und das ist kein Detail: Glas nimmt keine Aromen auf und gibt keine ab, weshalb Root-Beer-Kenner Glasflaschen der Dose grundsätzlich vorziehen. Denselben Weg gehen Stewart's und IBC.
Alle Marken im Überblick — inklusive derer, nach denen man hier vergeblich sucht — stehen in der Markenübersicht. Wo es Root Beer in Deutschland überhaupt gibt, steht in der Kaufberatung.
Wenn du Baumeister unbedingt probieren willst, bleibt der Direktimport. Mit einer eigenen US-Adresse lässt sich bei amerikanischen Händlern bestellen — bei Getränken wegen des Gewichts allerdings teuer. Ob sich das für dich rechnet, steht unter USA-Import; den Ablauf erklärt die Schritt-für-Schritt-Anleitung.