Wie schmeckt Root Beer? Der ehrliche Vergleich
Veröffentlicht am 04.08.2026
Kurz geantwortet
Root Beer schmeckt nach einer Gewürzmischung aus Wintergrün, Vanille, Lakritz und Anis — nicht nach einer einzelnen Frucht. Für deutsche Zungen liegt es am nächsten bei Hustenbonbon, Lakritzschnecke und amerikanischem Kaugummi. Wer Lakritz mag, mag meist auch Root Beer.
Die kurze Antwort: Root Beer schmeckt nach nichts, was du aus dem deutschen Getränkeregal kennst. Und das ist der Grund, warum die erste Reaktion so oft „schmeckt wie Hustensaft” lautet.
Die lange Antwort ist interessanter — denn dieselbe Zusammensetzung, die hier befremdlich wirkt, ist in den USA der meistverkaufte Softdrink nach Cola.
Die vier Bausteine
Root Beer schmeckt nicht nach einer Zutat, sondern nach einer Gewürzmischung. Vier Komponenten tragen sie:
Sassafras — die namensgebende Wurzel
Die Wurzel des Sassafrasbaums gab dem Getränk seinen Namen. Ihr Aroma ist süßlich-würzig, ein bisschen wie Zimt mit einer Zitrusnote dahinter. In modernen Abfüllungen steckt meist kein echter Sassafras mehr, sondern ein Aromaprofil, das ihn nachbildet.
Wintergrün — der eigentliche Streitpunkt
Hier entscheidet sich, ob du Root Beer magst. Wintergrün riecht für die meisten Deutschen nach Apotheke: Es steckt in Hustenbonbons und Erkältungssalben. In den USA ist dasselbe Aroma in Zahnpasta und Kaugummi allgegenwärtig — dort gilt es als frisch, nicht als medizinisch.
Das ist kein Geschmacksunterschied, sondern ein Gewöhnungsunterschied. Amerikaner schmecken dasselbe wie du, verbinden damit aber Kaugummi statt Erkältung.
Vanille — der versöhnliche Teil
Vanille rundet ab und macht die Schaumkrone cremig. Je mehr Vanille eine Marke einsetzt, desto „amerikanischer” wirkt sie. A&W liegt hier weit vorn, was die Marke für Einsteiger zugänglicher macht.
Lakritz und Anis — die dunkle Tiefe
Der Rest ist Lakritz und Anis. Sie geben dem Getränk die Länge und den leicht bitteren Nachklang. Und sie sind der Grund für den einfachsten Test, den es gibt.
Der Lakritz-Test
Wenn du Lakritzschnecken magst und mit Vanilleeis nichts falsch machen kannst, wirst du Root Beer mögen. Wenn dich schon der Geruch von Wintergrün-Zahnpasta stört, eher nicht.
Dazwischen gibt es erstaunlich wenig. Root Beer ist eines der wenigen Getränke, bei denen fast niemand „geht so” sagt.
Was es nicht ist
Drei Missverständnisse halten sich hartnäckig:
- Es ist kein Bier. Kein Alkohol, kein Malz, kein Hopfen. Der Name stammt aus der Brautradition des 19. Jahrhunderts, als Wurzelsude tatsächlich vergoren wurden.
- Es ist kein Malzbier. Malzbier entsteht aus Getreidemalz und schmeckt brotig-süß. Root Beer entsteht aus Wurzeln und Gewürzen. Dunkel und süß sind beide, mehr Gemeinsamkeit gibt es nicht. Mehr dazu: Root Beer oder Malzbier.
- Es schmeckt nicht wie Cola. Cola ist zitrus- und karamellbetont, Root Beer würzig-krautig. Wer Cola erwartet, wird überrascht.
Wie man es am besten trinkt
Zwei Dinge machen einen spürbaren Unterschied:
Sehr kalt. Root Beer bei Zimmertemperatur wirkt deutlich süßer und die Wintergrün-Note tritt stärker hervor. Gut gekühlt schmeckt es runder.
Als Float. Zwei Kugeln Vanilleeis ins Glas, Root Beer langsam aufgießen. Die Milchfette nehmen der Würze die Spitze, und die Schaumkrone ist das eigentliche Erlebnis. Für viele ist der Root Beer Float der Einstieg, der alles ändert.
Welche Marke für den ersten Versuch?
A&W, wenn du das typische amerikanische Profil willst: süß, viel Vanille, zugänglich. Das ist auch die Marke, die in Deutschland am zuverlässigsten lieferbar ist.
Bundaberg, wenn du es lieber herber magst. Die australische Marke betont die Sarsaparilla-Wurzel und ist deutlich weniger süß.
Was es in Deutschland alles nicht gibt, steht in der Markenübersicht — Barq’s, Mug und Stewart’s sind hier nicht erhältlich, obwohl besonders oft nach ihnen gesucht wird.